Erfolgsfaktor Diversity – eine empirische Untersuchung

Empirische Untersuchung zum Erfolgsfaktor Diversity im Rechtsmarkt mit dem Projektpartner lindenpartners mbB

Praxisprojekt der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

(Ein Gastbeitrag von Kristina Lucke)

FHWS Schwerpunkt Personalmanagement

Projektpartner

Im Zuge des Schwerpunktes Personalmanagement der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt unter Leitung von Frau Prof. Dr.-Ing. Christine Wegerich wird den Studierenden ermöglicht, in jedem Semester spannende Praxisprojekte mit verschiedenen Projektpartnern durchzuführen. Im Wintersemester 2020/21 fand unter anderem ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Berliner Anwaltskanzlei lindenpartners Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB statt. Die Kanzlei zeichnet sich durch die fächerübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Rechtsanwälte aus den unterschiedlichsten Fachgebieten aus und besteht aktuell aus 35 Anwält*innen.

Projektziel und Vorgehen

Das Thema Gleichberechtigung hat bei lindenpartners einen sehr hohen Stellenwert, weshalb die Kanzlei in Zusammenarbeit mit den Studierenden den Ist-Zustand zur Umsetzung von Diversity in den führenden Wirtschaftskanzleien in Deutschland abfragen und analysieren wollte. Diversity gewinnt immer mehr an Bedeutung und wird zu einem immer größeren Erfolgsfaktor für Unternehmen. Deshalb sollte durch das Projekt erkenntlich gemacht werden, wie weit die Rechtsbranche im Bereich Diversity ist. Hierzu wurden die Top 100 Wirtschaftskanzleien sowie die Top 50 Rechtsabteilungen in Deutschland befragt. Zum einen hat das Projektteam eine Onlineumfrage entworfen, die mit Hilfe von askallo realisiert wurde, und zum anderen wurden darüber hinaus acht vertiefende Experteninterviews mit Vertretern der befragten Kanzleien durchgeführt.

Durchführung der Umfrage mit askallo

Nachdem die Befragungsinhalte von dem Projektteam in Rücksprache mit dem Projektfallgeber ausgearbeitet worden waren, mussten diese in das Online-Umfragetool eingepflegt werden. Hierbei erhielten die Studierenden tatkräftige Unterstützung askallo. Herr Berger (langjähriger Ansprechpartner des Schwerpunkts Personalmanagement der FH-WS bei askallo) stand dem Projektteam während des gesamten Befragungsprozesses mit Rat und Tat zur Seite. So gab er dem Projektteam zu Beginn eine allgemeine Einführung zur Nutzung von askallo und stand auch während der Erstellung der Umfrage sowie nach Beendigung der Umfrage jederzeit für Fragen zur Verfügung. Hierfür möchte sich das Projektteam an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken!

Diversity Personenkreis

Ergebnisse

Ziel der Online-Umfrage war es vor allem, den Status Quo zum Thema Diversity im Rechtsmarkt zu erheben. Zu betonen ist, dass sich alle befragten Kanzleien bewusst sind, wie wichtig Diversity heutzutage ist und dass dies in der Arbeitswelt künftig eine noch größere Bedeutung erlangen wird. Zudem hat sich das Verständnis für dieses Thema gewandelt. So ist mit Diversity nicht mehr nur der Frauenanteil gemeint, sondern es werden auch weitere Aspekte betrachtet, wie beispielsweise die ethnische Herkunft, oder auch die unterschiedlichen Lebensumstände der Mitarbeiter. Bei dem Thema Frauenanteil gibt es noch Optimierungspotenzial, vor allem in den höheren Karrierestufen, wie aus der Onlineumfrage zu erkennen ist. Zudem wird auch die Quote für Einstellung sowie Partnerernennung in nur 10% der befragten Kanzleien vereinbart, obwohl laut Umfrage die Wirksamkeit dieser Quoten zur Förderung von Diversity als hoch eingestuft wird.

Noch höher in der Wirksamkeit als auch in der Wichtigkeit wird die Einstellung von Menschen mit ethnischen Hintergründen eingeschätzt, jedoch liegt der Anteil von Mitarbeitern mit ethnischem Hintergrund bei den befragten Kanzleien bei knapp über 4%. Es zeigte sich, dass die Kanzleien Instrumente zu Diversity haben, wie etwa Hinweise auf die Diversity-Richtlinien, Coaching, Einzelgespräche oder auch durch Abmahnung oder sogar Kündigung. Ein weiterer Punkt, der durch die Umfrage ersichtlich wurde, ist, dass im Grunde alle befragten Kanzleien bereits flexible Arbeitszeiten sowie -orte anbieten, die auch als sehr wirksame und wichtige Instrumente zur Förderung von Diversity eingeschätzt wurden. Auch finden 85% der Befragten, dass spezielle Angebote zur Förderung der Work-Life-Balance wichtig und wirksam für den Kanzleialltag sind. Allerdings gelten Überstunden innerhalb des Rechtsmarktes immer noch als etwas, das in Kauf genommen werden muss.

Zusammenfassung: Zukunft von Diversity

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Absicht zur Veränderung in den Kanzleien klar zu erkennen ist. Durch die Umfrage ist deutlich geworden, dass die Branche noch nicht am Ziel (die gelebte Diversity), angekommen ist und noch geeignete Maßnahmen finden muss, um die Lebensweisen und die vielen Aspekte von Diversität tiefer in den Kanzleien zu integrieren.

Die Unternehmensführung sollte hierfür als Vorbild gelten, um das Leben von Diversity und das Auseinandersetzen mit diesem Thema zu ermöglichen. Es ist unabdingbar, die Wichtigkeit von Diversity zu erkennen und zu verstehen.

Wir haben gesehen, dass der Mut und der Wille zur Veränderung mit dem nötigen Bewusstsein für das Thema Diversity in den befragten Kanzleien bereits vorhanden ist und freuen uns auf die Entwicklung in den kommenden Jahren.

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